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Flüchtlingsansturm Minderjähriger auf Lanzarote befürchtet

Arrecife - Das derzeitige Justizsystem in Bezug auf minderjährige Flüchtlinge, die in einer sog. Patera (kleines Motorboot) auf die Kanaren kommen, führt dazu, dass sich viele junge Erwachsene als Minderjährige ausgeben. Dies prangert der Vorsitzende der Sozialabteilung der Inselregierung von Lanzarote, Marciano Acuña, an. Es könnte einen Domino-Effekt auslösen, warnt Acuña. Er gab an, dass allein an Bord der letzten drei Flüchtlingsboote, die auf Lanzarote und La Graciosa gelandet waren, 27 Flüchtlinge angaben, noch minderjährig zu sein. Minderjährige Flüchtlinge kommen nicht in Abschiebehaft, sondern in ein Jugendzentrum, um dann nach Gran Canaria oder Teneriffa gebracht zu werden. In diesem Zentrum werden sie aber nicht polizeilich überwacht. Erst vor wenigen Tagen sind neun der Flüchtlinge aus dem Jugendzentrum geflohen, weil zur Altersbestimmung medizinische Untersuchungen gemacht wurden. Den Zeitraum von einer Woche bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen nutzten die angeblich Jugendlichen zur Flucht, weil sie natürlich genau wussten, dass ihr wahres Alter herauskommen würde. Auf den Kanaren befinden sich derzeit 100 Minderjährige in der Obhut des Staates, davon 17 auf Lanzarote.

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