Kanarische Inseln »

Von

Fuerteventura: Zentralregierung tritt die Kanaren mit Füßen

Puerto del Rosario. Enttäuschung und Resignation anlässlich des spanischen Haushaltsentwurfs für das Jahr 2014. Der Präsident der Insel Fuerteventura spricht sogar von einem Fußtritt der spanischen Zentralregierung in Richtung Kanaren. Was ist passiert? In dem Haushaltsentwurf wurden die Kanaren mit keinem einzigen Cent für ihre Meerwasserentsalzungsanlagen bedacht. Das war auch schon im letzten Jahr so. Da ist man aber noch von einem Versehen ausgegangen. Bei den derzeitigen Kürzungen wäre das vielleicht zu ertragen, wenn nicht im Haushaltsplan 8 Millionen Euro für die Meerwasserentsalzung in den Städten Ceuta und Melilla vorgesehen wären. Ceuta und Melilla sind sogenannte Exklaven, also Städte, die sich nicht auf dem Territorium Spaniens befinden, aber zum Land gehören (ähnlich wie Gibraltar). Die Lage ist also ähnlich – weit entfernt vom spanischen Festland. Ceuta und Melilla zusammen haben etwa 160.000 Einwohner. Die Rechnung ist also einfach: 8 Millionen Euro für die Wasserversorgung von 160.000 Einwohnern. 0 Euro für zwei Millionen Einwohner auf den Kanaren plus Hunderttausende Touristen pro Jahr. Besonders betroffen sind die Inseln Lanzarote und Fuerteventura. Denn hier gibt es nicht mal Grundwasser. Die anderen Inseln bestreiten ihre Wasserversorgung teils aus Stauseen. Aber auch da ist das Wasser knapp. Auf den beiden östlichen Inseln fragt man sich natürlich, warum wurden gerade hier alle Gelder gekürzt? Hat das etwa mit den geplanten Ölbohrungen zu tun, gegen die sich vor allem Lanzarote und Fuerteventura stemmen?

Zurück