Wasserprivatisierung auf Lanzarote

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Was können Politiker tun, wenn ein Wasserwerk hoch verschuldet ist? Der Inselregierung von Lanzarote fällt die Antwort nicht schwer: privatisieren. Aber geht das so einfach? Wohl nicht. 50 Millionen Euro Schulden hat das Wasserwerk INALSA der Insel Lanzarote angehäuft. Doch Verantwortung für diesen Schuldenberg übernimmt auf Insel keiner. Stattdessen schieben sich die politischen Parteien gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Ans Bein binden will sich die Schulden auch keiner. Dafür ein kein Geld da. Daher soll nun die Wasserversorgung auf der Insel privatisiert werden und das Projekt wurde entsprechend ausgeschrieben. Nur dumm, dass sich keine Firma dafür beworben hat. Das wäre wirtschaftlich gesehen auch unklug. Denn eine Privatfirma möchte und muss natürlich Gewinne erzielen – und das meist über eine entsprechende Erhöhung der Wasserpreise. Es gibt Beispiele in Frankreich und Portugal, da wurden die Wasserpreise nach der Privatisierung der Wasserwirtschaft um 30 bis 300 Prozent angehoben. Das wollte die Inselregierung von Lanzarote aber verhindern – daher: Kein Interesse von Privatfirmen! Aber ist wirklich klug das Wasser zu privatisieren - auf einer Insel, die kein Grundwasser hat und wo die Menschen zu 100% von der Meerwasseraufbereitung abhängig sind? Selbst Städte wie London und Paris, die schon vor Jahren eine private Wasserversorgung eingeführt hatten, übernehmen jetzt wieder selbst die Kontrolle. Man sollte sich doch auf Lanzarote fragen warum? In Ecuador gab es schon Ende der 90er Jahre einen regelrechten Krieg um das Wasser mit Toten und Verletzen als sich die Bürger der Stadt Cochombo gegen die Privatisierung gewehrt und schließlich auch gewonnen haben. Auch auf Lanzarote gibt es eine Protestbewegung. Allerdings verhallen die Warnungen bisher ungehört. Ändern soll das eine Demonstration am 26. Januar. Diese beginnt um 18.00 Uhr vor dem alten Cabildo in der Calle Real in Arrecife. Ob wirklich viele kommen ist fraglich.

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