Ein Besuch der Masca-Schlucht: In Zukunft unter strengeren Auflagen?

Teneriffa / Buenavista del Norte » von

Wer Teneriffa besucht und die Chance ergreifen will, auch die beeindruckende Berglandschaft zu erkunden, dem ist Masca sicherlich bereits ein Begriff. Das kleine Dorf im Nordwesten der Insel ist bekannt für seine mitten im Teno-Gebirge. Erst in den 1980er-Jahren wurde die Bergstraße gebaut, die sich von Santiago del Teide ausgehend über Masca bis nach Buenavista schlängelt. Heute begegnet man hier zahlreichen Bussen, die die Touristen bis an den Rand der Masca-Schlucht bringen. Von hier aus geht es zu Fuß weiter. Die Wanderroute führt von der Ortsmitte durch den „Barranco“ bis an die Atlantikküste. Für die rund 5 km lange Strecke sollte man gute 3 Stunden einplanen. Wer gern Pausen zum Essen, Verschnaufen oder Fotografieren einlegt, ruhig etwas mehr. Fotomotive gibt es reichlich: Imposante Felsformationen, üppige Natur in Form von Feigen-und Mandelbäumen, Dattelpalmen und Agaven. An der schmalsten Stelle ist die Schlucht gerade einmal 30 m breit, rechts und links ragen die Felsen bis zu 600 m in die Höhe. Ein beeindruckendes Bild. Am Strand angelangt kann man sich bei einem Bad in den kühlen Fluten erfrischen. Erfahrene Wanderer können anschließend den Aufstieg zurück nach Masca wagen. Wer es lieber gemütlich angehen lässt, entscheidet sich für eine Bootstour zurück nach Los Gigantes, wo man mit etwas Glück Delfine sehen kann. Die Wanderroute zählt zweifellos zu den schönsten der Insel. Gerade deshalb plant die Regierung nun, dem Touristenstrom Einhalt zu gebieten. Rund 1 Million Besucher zieht es jährlich in das Bergdorf, 100.000 davon durchwandern die Schlucht. Zu viel für das Dorf, wie die Inselverwaltung nun beschlossen hat. In Zukunft soll es eine Beschränkung von 255 Personen pro Tag geben. Das entspricht in etwa einem Zehntel der derzeitigen Besucherzahlen. Zudem sollen Wachposten an beiden Eingängen der Schlucht, sowie einer in der Mitte angelegt werden. Dies dient zum einen der Kontrolle der Besucherzahlen, zum anderen der Sicherheit der Wanderer. Immer wieder kommt es zu Unfällen oder Vermisstenfällen. Die Rettungs-und Sucheinsätze im unwegsamen Gelände sind entsprechend schwierig. Zudem steht im Raum, ob in Zukunft ein Eintrittspreis von 6 Euro pro Person gezahlt werden muss. In jedem Fall lohnt sich ein Besuch in Masca, ob man nun 6 Euro zahlen muss oder nicht. Die eigene Sicherheit und das Wohl des Dorfes sollten es einem Wert sein.

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