Kanarische Inseln: Gewässer und Seegraswiesen sind gefährdet

News, Kanarische Inseln

»

von

News, Kanarische Inseln
Seegraswiesen

Ricardo Haroun, Direktor des Universitätsinstituts Ecoaqua der Universität von Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC), hat die Politik zum dringenden Handeln aufgefordert.
Laut Haroun gibt es auf den Kanaren 403 Abwasserleitungen ins Meer, von denen 291 nicht genehmigt seien. Bei den meisten würde nur eine sekundäre Behandlung des Abwassers stattfinden, sodass eine erhebliche Menge an Phosphor und Stickstoff ins Wasser gelange, die gefährlich für die Meereslebewesen sei. Darüber hinaus würde es beim Menschen zu Dermatitis, Augenentzündungen und Magenproblemen kommen. Dabei bleibe die Frage, warum die Abwässer nicht einer tertiären Behandlung unterzogen würden, damit sie viel sauberer ins Meer geleitet werden könnten.
Ein weiteres Problem stelle die Sole der Meerwasserentsalzungsanlagen dar, die dem Wasser entzogene Salze wieder ins Meer zurückführen würden. Diese Salze lagerten sich durch ihre stärkere Dichte am Meeresboden und konkret in den Seegraswiesen (Sebadales) ab, die für viele Fischarten eine Art Kindergarten für den Nachwuchs darstellten. Die Seegraswiesen würden von dem erhöhten Salzgehalt stark bedroht.
Hinsichtlich der ins Meer führenden Abwasserrohre erklärte der Experte, dass es sie auf allen Inseln gäbe. Besondere Sorge bereiteten ihm unter anderem die Bereiche von Playa de las Burras auf Gran Canaria, El Médano auf Teneriffa oder Corralejo auf Fuerteventura.
MP-AR

Vorheriger Beitrag
Kanarische Inseln: Leichter Anstieg der Rente

Archiv